Tag der Wetterauer Einheit

Beratungsstellen aus Ost und West begegnen sich

Seit langem gab es kein Vernetzungstreffen in dieser Größe, doch dieser Tage ist es Dank der Stadt Florstadt gelungen, die Beratungsstellen der beiden Wetterauer Arbeitskreise zu einem größeren Vernetzungstreffen zusammenzubringen. Die Stadt Florstadt stellte dazu dankenswerter Weise einen Tagungsraum im Bürgerhaus kostenfrei zur Verfügung und mit dem Wirtshaus, das an das Bürgerhaus angegliedert ist, konnte genügend Verpflegung und Bewirtung organisiert werden, so dass es an nichts fehlte.

Die Teilnehmenden waren diejenigen, die im sozialen Bereich direkt „an der Front“ arbeiten und Probleme, Notlagen und strukturelle Veränderungen täglich aus erster Hand erleben. Es war die geballte Fachkompetenz, die sich an diesem Tag im beschaulichen Florstadt versammelt hat, um den Austausch und persönlichen Kontakt der Beratenden zu fördern und miteinander zu diskutieren. Am Ende der Veranstaltung sollte dann ein Bündel mit aktuellen Handlungsempfehlungen für die politischen Akteure des Wetteraukreises stehen.

Der „Arbeitskreis Soziale Dienste“ [AK Ost] ist der Arbeitskreis des östlichen, der „Arbeitskreis Beratungsstellen West“ [AK West] der, des westlichen Wetteraukreises. Die gedachte Grenze wird mit der Autobahn A45, die mitten durch unseren Kreis von Nord nach Süd verläuft, gezogen. Beide Arbeitskreise bestehen seit über 20 Jahren und treffen sich jeweils mindestens viermal im Jahr, um Neuigkeiten, Kooperationen und stetige Vernetzung zu gewährleisten. Ein gemeinsames Treffen beider Arbeitskreise ist jedoch seit einiger Zeit zum Erliegen gekommen und wurde erst im Laufe des letzten Jahres immer konkreter.
„Das fanden wir sehr schade,“ sagte uns Jeanette Stragies, eine der Organisatorinnen, „doch einige haben diese Idee immer wieder in beiden Arbeitskreisen zu Thema gemacht und nachdem sich dann drei Kolleginnen gefunden hatten, die Lust am Organisieren hatten, konnten wir es endlich angehen.“

Die Organisatorinnen dieses Treffens waren Jeanette Stragies (Frauen-Notruf Wetterau e.V.), die in beiden Netzwerken aktiv ist, Margarita Mehl (IB Jugendmigrationsdienst) aus dem AK Ost und Susanne Polak (DRK Migrationsberatung) aus dem AK West.

Am Treffen nahmen mehr als 60 Personen unterschiedlicher Beratungsangebote teil, sowie als Entsandter des Wetteraukreises Herr Prof. Dr. Thrun, der während der gesamten Veranstaltung anwesend war und sich an den Workshops beteiligte.

„Solche Treffen verbessern die Beratungskompetenz immens,“ erklärt Susanne Polak, „denn der direkte Kontakt im persönlichen Gespräch ist einfach unersetzlich und in unserer Arbeit eine wichtige Erleichterung. Es geht viel darum einander zu Vertrauen und zu wissen, wohin man die Menschen, die man begleitet mit gutem Gewissen schicken kann.“ Margarita Mehl fügt hinzu: “Genauso ist es. Und ebenso wichtig ist es als Beratende immer wieder up-to-date über Angebote im nahen und ferneren Kreis zu sein, um gezielter an Kolleg*innen und Einrichtungen vermitteln zu können.“

„Was steht denn in Ihren Handlungsempfehlungen an die Politik?“ „Die Empfehlungen sind eine Momentaufnahme aus der Sicht der verschiedenen beteiligten Beratungsstellen.“ konstatiert eine der Organisatorinnen „…sie heben den von uns beobachteten Status hervor und geben konkrete Ideen, wie zum Beispiel das noch immer vorhandene starke Gefälle sozialer Angebote zwischen dem Ost- und dem Westkreis konkret aufgefangen werden könnte oder strukturschwache Orte schneller gestärkt werden könnten. Es ist uns klar, dass die Politik nicht überall sein kann und dadurch in sozialen Bereichen den Blick auf das Wesentliche verlieren kann. Daher bieten wir an dieser Stelle einen gebündelten Blick an, den man sich sonst mühsam erarbeiten würde. Zumindest auf einen Teil der sozialen Unterstützungslandschaft dieses hessischen Landkreises, der sich paradoxerweise derzeit mit ähnlichen Problemen und Fragen konfrontiert sieht, wie die Gesamtrepublik, indem sich der östliche Teil der Bevölkerung und einzelne Gemeinden im Westen abgehängt fühlen oder durch die Erstarkung einiger weniger Städte in Strukturprobleme geraten.“

Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen und damit wieder ein flüssigerer kreisweiter Austausch stattfinden kann, soll ein solches Treffen der Beratungsstellen beider Arbeitskreise ab jetzt wieder einmal im Jahr stattfinden.

Für weitere Fragen stehen die Kolleginnen des Orga-Teams gerne zur Verfügung:
Jeanette Stragies: 06043 4471, Margarita Mehl: 0170 9810 605, Susanne Polak: 06031 6000219

Bildbeschreibung:
Gruppenbild.jpg Die Teilnehmer stellen sich zum Gruppenfoto
Spiel.jpg Ein kleiner Einblick in den Tag

Den Beratungsstellen gehören folgende Organisationen an:
• Caritas (mit dem Bereich Allgemeine Lebensberatung)
• Deutsches Rotes Kreuz KV Büdingen e.V. (Migrationsberatung)
• Deutsches Rotes Kreuz KV Friedberg e.V. (Migrationsberatung)
• Diakonisches Werk Wetterau (Allgemeine Lebensberatung, Quartiersmanagement)
• Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung EUTB des Betreuungsvereins im Diakonischen Werk Wetterau e. V.
• Evangelisches Dekanat Büdinger Land
• FAB gGmbH für Frauen Arbeit Bildung
• Familienzentrum Planet Zukunft Büdingen
• Frauen helfen Frauen Wetterau e.V.
• Frauen-Notruf Wetteraukreis e.V.
• Frauenzentrum Wetterau e.V.
• GSM Training & Integration GmbH
• Hephata Hessisches Diakoniezentrum e. V.
• Internationaler Bund Südwest gGmbH – (mit den Bereichen Jugendmigrationsdienst JMD, Berufliche Bildung, Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle PSKB)
• Jugendberatung und Jugendhilfe e.V. – (mit den Bereichen Jugendarbeit, Suchtberatung)
• Jugendwerkstatt Herrnhaag
• Pro Familia Friedberg e.V.
• Verein Dabeisein e.V. Friedberg
• Wetteraukreis – (mit den Bereichen Pflegestützpunkt und Erziehungsberatung)
• Wildwasser Wetterau e.V.

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