DRK erweitert durch Integration den Schwerpunkt in der Hausaufgabenbetreuung

DRK erweitert durch Integration den Schwerpunkt in der Hausaufgabenbetreuung

Seit Beginn diesen Jahres hat das DRK Münzenberg im Rahmen seiner Sozialarbeit im Bereich Hausaufgabenbetreuung den inhaltlichen Schwerpunkt erweitert.
War bisher das Recht auf Chancengleichheit für jedes Kind wichtigster Motivator für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Gambacher Hausaufgabenbetreuung, hat sich dieser Schwerpunkt in den letzten Monaten erweitert und das wichtige Ziel der Integration von Kindern anderer Herkunftsländer gewinnt in den Räumen des Münzenberger Roten Kreuzes immer mehr an Bedeutung.

„Es ist die einfachste Form von Integration“ so Frank Metz, im DRK Vorstand verantwortlich für die Sozialarbeit, „wenn Kinder verschiedenster Nationalitäten gemeinsam aufwachsen und wie bei uns, gemeinsam an den Themen arbeiten, die ihren Alltag wesentlich beeinflussen“. Aktuell sind es etwa die Hälfte der betreuten Kinder, die aus anderen Herkunftsländern kommen und gemeinsam mit ihren Altersgenossen deutscher Familien bei den Hausaufgaben betreut werden, berichtet Teamleiterin Erika Huslik.

Das Betreuungsteam richtet sich nach den individuellen Möglichkeiten jedes einzelnen Kindes und ist aktuell auch personell in der Lage, bei Bedarf eine Einzelbetreuung sicherzustellen. „Es ist nach wie vor unser Ziel, so Frank Metz, die Schulen unserer Umgebung bei der Nachmittagsbetreuung ergänzend zu unterstützen und dort mitzuhelfen, wo diese auch personell an ihre Grenzen kommen“. Die Schulen von Rockenberg und Butzbach nehmen das Angebot dankbar an, so das DRK und insbesondere die Aktivitäten, die neben den eigentlichen Hausaufgaben gemeinsam erlebt werden, machen die Integration aus.

Ein Herzstück und Höhepunkt einer jeden Donnerstagbetreuung ist der Besuch von „Püppi“, einer ausgebildeten Hündin der DRK-Therpiehundestaffel die mit ihrer Hundeführerin Birgit Skjeldal, selbst Pädagogin und ehrenamtlich in der Ausbildung von Therapiehundestaffeln des DRK engagiert, regelmässig zu Besuch kommt. Die Therapiehundearbeit war und ist bis heute bei den traumatisierten Kindern ein beeindruckendes Erlebnis, welches schon viele Kinderaugen zum Leuchten gebracht hat.
War am Anfang bei diesen Kindern große Zurückhaltung und Angst gegenüber „Püppi“ zu erkennen, ging diese im Laufe der Zeit immer mehr zurück und die Kinder lernen mit der Zeit Vertrauen zu gewinnen und irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem auch das traumatisierte Kind die Angst verliert, sich die Leine schnappt und „Püppi“ zum „Entdeckungslauf“ in die Gambacher Felder führt. Ein Zusammenspiel zwischen ausgebildetem Hund und Mensch, welches offensichtlich Kindern die Schreckliches erleben mussten, helfen kann wieder „Kind zu werden“.

Neben gemeinsamen Pausen, in denen im Garten gemeinsam Fußball oder Fangen gespielt wird, plant das DRK für den Herbst einen gemeinsamen Ausflug in das Mathematikum nach Gießen und in Kooperation mit dem Musikhof Trais Münzenberg einen Musikworkshop unter dem Motto „Musik verbindet grenzenlos“. Gemeinsam Musikinstrumente basteln, lernen auf bestehenden Instrumenten zu spielen und dann gemeinsam Musikstücke produzieren, dass wird ein ganz großes Ziel dieses Angebotes an die Kinder, welches im letzen Quartal des Jahres im Anschluss an die eigentliche Hausaufgabenbetreuung geplant ist.

„Wir sind zunächst froh, Eltern, Pädagogen an den Schulen und auch die Butzbacher Schulsozialarbeiter zu haben, die uns ihr Vertrauen schenken und den uns anvertrauten Kindern durch ihre Vermittlung die Chance geben, unser Angebot zu nutzen“, berichtet Frank Metz vom DRK Münzenberg. „Besonders wertvoll ist für uns natürlich das ehrenamtliche Betreuungsteam rund um Erika Huslik, welches nicht nur aus Pädagogen sondern Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichsten Berufe besteht und ihre ganze Kompetenz und Lebenserfahrung in ihre Betreuungsarbeit einbringen. Wir sind dankbar für jede Frau und jeden Mann, der sich bei uns engagieren möchte“.

Nicht zuletzt sei die Finanzierung der Raumkosten, des Transportes der Kinder, Verpflegung und Schulmaterial ein dauerhaft kritischer Punkt. Die Hausaufgabenbetreuung finanziert sich fast ausschließlich durch Spendengelder. Die Eltern beteiligen sich mit einer kleinen monatlichen Aufwandsentschädigung und seit Beginn des Jahres hat der Magistrat der Stadt Münzenberg erfreulicher Weise beschlossen, für jedes betreute Kind aus Münzenberger Flüchtlingsfamilien einen Unkostenbeitrag zu zahlen.

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