Austausch, Spaß und neue Kontakte:

„Vielen Dank für den schönen Tag“, verabschiedete sich der junge Mann, der die spannende Führung von Alexander Fassl in der Burg Münzenberg bereitwillig für seine Landsleute übersetzt hatte. Es war ein fröhliches kulturelles Durch- und Miteinander, das allen viel Spaß gemacht hat. Das herbstliche Wetter ließ zwar den ein oder anderen frösteln, doch heißer Tee und Kaffee taute am Ende des Ausflugs im DRK Heim in Gambach alle Teilnehmer wieder auf. Rund 40 Asylsuchende aus Münzenberg – Familien, Kinder, junge Männer aus Afghanistan, Syrien, Algerien, Eritrea, Irak und dem Iran – folgten der Einladung vom DRK Ortsverein Münzenberg und freuten sich auf die Abwechslung. Nach dem kurzen Spaziergang vom DRK Heim zum Bahnhof Gambach war der Museumszug die Attraktion. Eine exklusive Sonderfahrt von Gambach nach Münzenberg stand auf dem Fahrplan. Für die Gäste war auch der Zugbegleiter der Eisenbahnfreunde Wetterau im historischen Original-Schaffner-Outfit eine Attraktion und gelungenes Fotomotiv. Vom Bahnhof Münzenberg führte der Weg zum Burgberg. „Darf man auf den Turm klettern? Kann man weit sehen? Warum ist die Burg so kaputt?“ Besonders die Kinder hatten viele Fragen und waren fasziniert von den alten Waffen und Rüstungen, die Alexander Fassl mitgebracht hatte. Als Mitglied der „Freien Ritterschaft zu Münzenburg“ kennt er natürlich jede Geschichte rund um die Burg und wusste spannende Anekdoten zu erzählen. Deutsch, Paschtu, Dari (persisch) oder arabisch – Sprachbarrieren gab es an diesem Nachmittag keine. Wer den Vortrag in deutsch noch nicht verstand, für den übersetzten andere Teilnehmer. Die Zahl der Einheimischen, die den Ausflug begleiteten, war übersichtlich. „Schade“, meint eine Ausflüglerin aus Münzenberg. „Dabei kommt man bei einer solchen Veranstaltung so gut ins Gespräch.“ Eine Teilnehmerin hatte ihren Fotoapparat bereitwillig Sayed überlassen, der seit 15 Jahren Fotograf ist und gerne Fotos während der Veranstaltung schoss. Seine Ausrüstung hatte er zurückgelassen. „Gerne würde er ein Praktikum oder eine Hospitanz in seinem alten Beruf machen“, hat die Münzenbergerin im Gespräch mit Syed herausgefunden. Oder Ramid, der weder lesen und schreiben kann, dafür aber jedes deutsche Wort nachfragt, das er noch nicht kennt und sich in unserer schwierigen Sprache gut schlägt. Er spricht auch türkisch, das hat er unterwegs auf der Flucht gelernt. Auf Ramid wartet eine OP, denn er hat eine schmerzende Metallplatte im Bein, die schon längst hätte entfernt werden müssen. Einzelschicksale, Gespräche … Der Plan von Frank Metz vom DRK Münzenberg ging auf. „Es geht ja nicht nur darum, den Asylsuchenden einen schönen Tag und etwas Abwechslung zu ermöglichen, sondern auch Kontakte zu den Mitbürgern zu bekommen, sich auszutauschen und voneinander zu erfahren“, erklärt er. So folgte auch dem Abschluss im DRK Heim bei Stärkung mit türkischen Backwaren und heißen Getränken eine herzliche Verabschiedung der Teilnehmer.

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